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Freiheit und Demokratie - Senioren-Union Weilerswist

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Freiheit und Demokratie

Aktuelles
Aufmerksame Zuhörer beim Vortrag über Freiheit und Menschenrechte.
Fotos (3): M. Fey
      
Den Wert der Freiheit erfahrbar machen

Stammtisch mit Vortrag über den historisch langen Weg zu Freiheit und Demokratie

05. August 2026
HINWEIS: Klick auf die Vorschaubilder (rechts) öffnet größere Ansicht.  
 
Das Thema Freiheit, Menschenrechte und Demokratie stand im Mittelpunkt des Stammtischs im August. Vorstandsmitglied Michel Maiworm, der seit 50 Jahren beruflich als politischer Journalist tätig ist, zeigte in einem 60minütigen Vortrag den "Langen Weg zu Freiheit und Demokratie" auf. "Keines der Freiheitsrechte, die in den Artikeln 1 bis 19 des Grundgesetzes fixiert sind und die wir seit 1949 tagtäglich genießen dürfen, ist selbstverständlich", führte der Referent aus. Jedes einzelne der Freiheitsrechte - unter anderen Schutz der Menschenwürde (Art. 1), Gleichheit vor dem Gesetz (Art. 3), Meinungsfreiheit (Art. 5), Berufsfreiheit (Art. 12) - musste über Jahrhunderte mühsam erkämpft werden. Die mutigen Frauen und Männer, die dafür eintraten, haben vieles geopfert, nicht selten das eigene Leben.

Den Wert der Freiheit kann man, so der Referent, mit dem Blick auf jene Jahrhunderte erfahrbar machen, in denen es keine persönliche Freiheit und keine mündigen Bürger, sondern nur Untertanen einer kleinen herrschenden Oberschicht aus Adel und Klerus gab. Adel und Klerus machten zusammen etwa 5 Prozent der Bevölkerung aus; die große Mehrheit von 95 Prozent - die meisten davon Bauern - musste den luxuriösen Lebensstil des Adels und des gehobenen Klerus erarbeiten und finanzieren. Die Menschen glaubten lange, dass dies die von Gott gewollte und deswegen unantastbare Weltordnung sei.

Der Referent schlug einen weiten historischen Bogen
  • von ersten Freiheitsideen der Reformatoren am Beginn der Neuzeit um 1500, die  das religiöse Meinungsmonopol der katholischen Kirche brachen, das Denken in Alternativen ermöglichten und damit auch den Weg zu den modernen Naturwissenschaften öffneten
  • über die "Aufklärer" im 17./18. Jahrhundert, welche die Vernunft  zum Leitstern erhoben und die Idee der "natürlichen Rechte" des Menschen entwickelten
  • über die Revolutionäre in Amerika (1776) und Frankreich (1789), welche erstmals die Menschenrechte auf Freiheit und Volkssouveränität schriftlich in Dokumenten niederlegten
  • über die Freiheits- und Einheitsbewegung im 19. Jahrhundert, die für einen freien deutschen Nationalstaat mit demokratischer Verfassung kämpfte
  • über die erste deutsche Nationalversammlung von 1848/49 in der Frankfurter Paulskirche
  • bis hin zur ersten deutschen parlamentarischen Demokratie ("Weimarer Republik"), die 1918 nach dem 1. Weltkrieg entstand.

Heute, so Maiworm, seien Freiheit und Demokratie so sehr gefährdet wie nie in den zurückliegenden Jahrzehnten - und zwar durch Extremisten aller Schattierungen, fremde Mächte und durch Entwicklungen im Bereich der autonomen Intelligenz (KI). Leider aber auch durch Desinteresse, Gleichgültigkeit und Politik-/Parteienverdrossenheit. Deswegen sei es notwendig, dass wir uns immer wieder vor Augen führen, wie kostbar, aber auch wie verletzlich die über Jahrhunderte errungenen Freiheitsrechte und Demokratie sind.  
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